Leitbild

shibashi-net (Shibashi-Netzwerk Schweiz)

Grundsätzliches zum Namen unseres Netzwerks

Die Tradition der altchinesischen Heilkunst hat unzählige Qi Gong Formen überliefert. Eine davon trägt den Namen Shibashi. Die Form wurde 1979 durch Meister Lin Housheng aus 18 überlieferten Qi Gong Bewegungen zusammengestellt.

Das Besondere für uns an der Qi Gong Form Shibashi ist:

  • Die Geschichte, wie Shibashi in die Schweiz kam
  • Die Spiritualität, die Sr. Mary John Mananzan (Missions-Benediktinerin), Sr. Marimil Lobregat (Franziskanerin) und durch sie inspiriert auch wir mit dem Shibashi-Weg verknüpfen, konkret die Verbindung von östlichen und westlichen spirituellen Konzepten – u.a. dem Taoismus und der christlichen Schöpfungsspiritualität.
  • Das Anliegen, welches Sr. Marimil durch das Unterrichten von Shibashi und weiteren Qi Gong Formen in die Welt getragen hat: die Ausrichtung auf „Care for Carers“.

Daraus folgt: Unser Netzwerk trägt den Namen einer Qi Gong Form, mit der wir ganz viel verknüpfen.

Was ist Shibashi
  • Shibashi ist eine einfache Form der Meditation in achtzehn Bewegungsbildern, deren poetische Namen aus der Natur stammen.
  • Die Form wird auch als Tai Ji Qi Gong bezeichnet, da es sich ähnlich wie beim Tai Ji um eine längere Übungsabfolge handelt.
  • Wir praktizieren Shibashi als Meditation in Bewegung – als Übung und Einladung, ganz anzukommen in der eigenen Körperlichkeit, Verbundenheit zu erfahren mit der Natur/Schöpfung, sich einzufinden in das grosse Geheimnis und die nährende Urquelle des Lebens, in das Göttliche, das in allem atmet.
  • Shibashi ist gesundheitsfördernd, eine Form von Stressmanagement: Die Übungen harmonisieren den Qi-Fluss im Körper, beruhigen und wecken den Geist und die Seele, nähren die Zellen mit frischem Atem, stärken Gelenke, Muskeln und Organe. Sie sind auch als die achtzehn Gesundheitsübungen des Qi Gong bekannt.
Sinn und Zweck des shibashi-net Schweiz

Der Verband shibashi-net vereint AusbildnerInnen und LehrerInnen aus der Deutschschweiz und der Romandie (www.shibashi-romandie.ch). Sie unterrichten Shibashi und weitere Qi Gong Formen aus Sr. Marimil Lobregats Repertoire im Sinne von Meditation in Bewegung. shibashi-net lädt dazu ein, sich durch das tägliche, regelmässige Praktizieren von Shibashi und weiteren Qi Gong Formen nach Meister Zhang Hao (Sydney, Australien) – dem Meister von Sr. Marimil Lobregat – auf einen spirituellen Übungsweg zu begeben. Die regelmässige Übungspraxis soll die Menschen darin unterstützen, gestärkt, genährt und kraftvoll in den Aufgaben, Engagements, Herausforderungen und Verpflichtungen ihres Alltags zu stehen. Ausserdem fördert die Übungspraxis das Bewusstsein für die Verbundenheit von Allem mit Allem und sensibilisiert so für ein schöpfungsgerechtes und solidarisches Leben und Handeln.

Die Mitglieder unterrichten Shibashi und weitere von Sr. Marimil gelehrte Qi Gong Formen hinsichtlich Körperhaltung und spiritueller Ausrichtung so, wie sie diese vermittelt hat. Den von ihr ins Leben gerufenen Dienst (ministry) „care for carers“ passen sie einer sich verändernden Realität soweit an, dass der Grundgedanke sinngemäss erhalten bleibt.

Der Verband shibashi-net ist konfessionell offen, es steht für eine humanistische Ausrichtung und ein ganzheitliches Weltbild.

Spirituelle Ausrichtung

Der Philosoph und Theologe Matthew Fox hat aufgrund der Schriften des mittelalterlichen Mystikers
Meister Eckhart u.a. vier Pfade einer Schöpfungsspiritualität aufgezeichnet, die uns als Grundlage dienen:

  •  Der erste Pfad lädt dazu ein, sich auf die Fülle und Schönheit der Schöpfung einzulassen, zu
    staunen und uns nähren zu lassen. Er erinnert an jene mystischen Augenblicke unseres Lebens, in
    denen wir trunken sind vor Freude.
  • Der zweite Pfad ist die Einladung, sich in die Dunkelheit zu wagen, durch sie hindurch zu gehen
    und sich dabei verändern zu lassen. Er ist die Konfrontation mit der Begrenztheit des Lebens, mit der Existenz von Leiden und Schmerz. Er lehrt uns die Kunst des Loslassens, der Stille, des Schweigens. Hier ist auch der Ort der Trauer, des Abschiednehmens, des Sterbens.
  • Der dritte Pfad spricht vom Mut zu gebären und selbst Mensch zu werden. Er fragt nach dem
    eigenen mit-schöpferischen Beitrag am Gebären des Göttlichen in diese Welt und somit nach den
    eigenen Gaben und Aufgaben.
  •  Der vierte Pfad ermutigt uns zum Leben in engagierte Gelassenheit. Er ruft auf, aus der
    Verbundenheit mit allem Leben sich für das Wohlergehen des grossen Ganzen, für Frieden,
    Bewahrung der Schöpfung und Gerechtigkeit einzusetzen und im Spannungsfeld von Allmachts- und
    Ohnmachtsfantasien das Mögliche im Hier und Jetzt zu wagen.

 

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