Über Shibashi Qi Gong

Shibashi

  • Ist eine Qi Gong Form. Sie wird auch als Tai Ji Qi Gong bezeichnet, da es sich ähnlich wie beim Tai Ji um eine längere Bewegungsabfolge handelt. Die einzelnen Bewegungen werden jedoch – im Unterschied zu Tai Ji – mehrmals wiederholt.
  • Besteht aus 18 Bewegungsbildern, deren poetische Namen aus der Natur stammen.
  • Praktizieren wir als eine Form der Meditation in Bewegung – als eine Übung und Einladung, sich einzufinden in die Gegenwart, ins Hier und Jetzt, in der Begegnung stattfindet: mit mir selbst, mit jedem Du, mit der Natur und mit dem Geheimnis und nährenden Urquell des Lebens, dem Göttlichen, das in allem atmet.
  • Ist gesundheitsfördernd, eine Form von Stressmanagement: Es harmonisiert den Qi-Fluss im Körper, beruhigt und weckt den Geist, nährt die Zellen mit frischem Atem, stärkt Gelenke, Muskeln und Organe. Es ist auch als die 18 Gesundheitsübungen des Qi Gong bekannt.

Wie verstehen und vermitteln wir Shibashi?

Shibashi wurde in der Schweiz durch die beiden philippinischen Ordensschwestern Sr. Mary John Mananzan sowie Sr. Marimil Lobregat bekannt (mehr dazu unter der Rubrik „Shibashi-Geschichte“).

Inspiriert durch diese beiden Ordensschwestern und in Herzensverbindung mit ihnen vermitteln die drei deutsch- und die drei französischsprachigen Ausbildnerinnen Shibashi als Übungsweg hin zur Erfahrung der Verbundenheit mit allem, was ist. Die Shibashi-Praxis hilft zu verbinden, was die abendländische Tradition als gegensätzlich verstanden hat: Körper und Spiritualität, Himmel und Erde, Ruhe und Bewegung, Gott und Welt finden wieder zueinander – ein Prozess von Heilwerden, von wieder Ganzwerden.

Durch Körperübungen und das vertiefte Üben einzelner Bewegungsbilder werden spirituelle Grundhaltungen eingeübt und erfahren (wie z.B. Verbindung von Himmel und Erde, Tun und Lassen, bei mir sein und mich öffnen für die Welt, trotz Bewegung und Hektik im Alltag verwurzelt und verankert sein im Grösseren). Shibashi wird so zum Erfahrungsweg mit sich selbst und der Mitwelt.

Impulse aus der östlichen und der westlichen spirituellen Tradition begleiten den Übungsweg. Verbindungen zur christlichen Tradition, insbesondere zur Schöpfungstheologie und Mystik werden aufgezeigt. Ziel der so verstandenen Spiritualität ist ein Hineinwachsen in die allumfassende Ganzheit, welche zu einem Einstehen für die Würde allen Lebens führt – ein Ineinandergreifen von spirituellem Unterwegssein und verantwortungsbewusstem Handeln.

Zitat aus einer Ausschreibung zu einem Shibashi-Angebot im Boldernhaus Zürich:

«Die poetischen Namen dieser Bewegungen reichen von Alltagserfahrungen bis zur mystischen Sehnsucht nach Weite und Tiefe, vom Rudern des Bootes auf dem See bis zur Seide, die in der Luft schwebt und zu den Händen, die die Wolken berühren. Traum und Kraft, Sehnsucht und Widerstand, die Erscheinung des Besonderen im Alltäglichen sind in diese Namen eingeschrieben. In den Bewegungen nehmen sie Gestalt an. Dabei lockern sich nicht nur verspannte Muskeln, sondern auch unsere oft gespannte Seele darf ohne Hast atmen und fliessen.»

Basistext: Antoinette Brem und Barbara Lehner – Aktualisierung durch Vorstand shibashi-net im Januar 2020

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